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Report
Bosnia and Herzegovina Project 2006
written
by Claudia Knabe (in
German language only)
This report is about the 3rd music therapy
project of the EAMTS in
Mostar.
Eine
unvergessliche Zeit
Musiktherapie
in Bosnien und Herzegovina
Am
letzten Tag im August 2006 habe ich mich mit Zug und Bus auf die
Reise nach Slovenien gemacht, um an einem Musiktherapie-Projekt der
europäischen Studentenorganisation „EAMTS“
teilzunehmen. In
Kranj, der Heimatstadt der Projektleiterin Špela Loti Knoll,
trafen
sich zwölf Musiktherapie-Studenten und frisch ausgebildete
Musiktherapeuten aus sieben verschiedenen Ländern der Welt.
Nach
einem Vorbereitungswochenende in Kranj teilten wir uns in zwei
Gruppen, von denen eine nach Mostar und eine nach Sarajevo (beides
Städte in Bosnien-Herzegovina) fuhr, um dort für vier
Wochen zu arbeiten.
Ich
ging zusammen mit Mihaela (Slovenien), Wei Ming (Singapur), Regina
und Gabriele (Deutschland) nach Sarajevo. Wir wohnten auf einer Ranch
etwas außerhalb der Stadt und arbeiteten in verschiedenen
Institutionen im Stadtzentrum: in einem Waisenhaus, einer
Tagesstätte
für geistig behinderte Erwachsene, in einer Schule
für
blinde Kinder und Jugendliche und in einem Familienzentrum.
Wir
bildeten Teams von je zwei Studenten und so arbeiteten Wei Ming und
ich mit den Kindern im Waisenhaus und mit den geistig behinderten
Erwachsenen. Die Arbeit war bunt und herausfordernd! Eine
Schwierigkeit war natürlich die Sprache. Kaum eine von uns
konnte Bosnisch sprechen und so lernten wir ein paar wichtige Worte
und verständigten uns ansonsten mit Händen,
Füßen…und
natürlich mit Musik! Das ging ganz gut und es war eine sehr
interessante Erfahrung – schließlich waren wir
Therapeuten
dadurch auch selbst etwas „behindert“. Mit den
Menschen in der
Tagesstätte hatten wir einen regen Austausch. Wir lernten ihre
Lieder, sie unsere und zusammen erfanden wir neue. Mit den
Musikinstrumenten konnten wir Alarm schlagen, gemeinsam sanfte
Klänge
genießen, einander zuhören, wertschätzen,
lachen und
reiche Augenblicke erleben. Da wurde es unwichtig, dass die
Räume
viel zu eng waren und die Umstände schwierig.
Im
Waisenhaus war es schwieriger. Es war schwer auszuhalten, dass so
viele Kinder ihre Arme nach uns ausstreckten, mitkommen wollten, wir
aber nur mit wenigen von ihnen arbeiten konnten.
Zwei Gruppen hatten wir dort montags und
mittwochs. In der einen waren
fünf Kinder im Alter von 2-4 Jahren, in der anderen vier Jungs
von 5-6 Jahren. Wir konnten einen kleinen Speiseraum für die
Therapie nutzen. Tür und Fenster waren nicht
verschließbar
und die Kinder sehr wild. In den ersten chaotischen Stunden flogen
Kuscheltiere und Instrumente durch die Gegend und Kinder mussten vorm
Abstürzen gerettet werden…
gerettet
werden, gehalten sein oder einfach nur gesehen werden waren wichtige
Themen in der Therapie mit diesen Kindern. In Liedern und
Improvisationen, in die wir nicht nur Musikinstrumente, sondern uns
als ganze Personen einbringen mussten, haben wir es geschafft,
Augenblicke zu kreieren, in denen die Kinder spüren konnten:
Ich
bin gemeint!
Kinder in einem Waisenhaus, die sich oft nur als „Eine unter
Vielen“ wahrnehmen können, kann das eine bedeutsame
Erfahrung
sein. Darauf hoffen wir!
Innerhalb
von vier Wochen tiefgreifende therapeutische Prozesse in Gang zu
setzen, ist nicht möglich. So verstehen wir uns als Pioniere,
die einen Anfang gemacht haben.
Neben
den Therapien haben wir in Sarajevo und Mostar Präsentationen
und Workshops zur Musiktherapie gehalten und den Kontakt zu den
Professionellen sowie zu Studenten vor Ort gesucht. Und unser Anfang
trägt bereits Früchte:
Eine
Musikstudentin aus Sarajevo ist so begeistert, dass sie sich um ein
Stipendium beworben hat und vorraussichtlich ein
Musiktherapie-Studium im Ausland beginnen wird!
Einige
der Institutionen, in die wir die Musiktherapie gebracht haben,
bemühen sich um die Weiterführung durch lokale
Therapeuten!
Ich
bin sehr glücklich über diese Entwicklung und dankbar
für
die reichen Erfahrungen, die ich in dieser Zeit gemacht habe!
Ich
möchte mich ganz herzlich bei allen bedanken, die dieses
Projekt
mit ihren Gedanken, Gebeten, ihrer Spende oder ihrer Mitwirkung beim
Benefizkonzert am 20.08.06 in Erfurt-Vieselbach unterstützt
haben! VIELEN DANK!!!
Claudia
Knabe
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